«Ohne Veränderung kann es keine Verbesserung geben.»

Seit Anfang August ist der erfahrene britische Pädagoge Mark Fox unser neuer Schulleiter auf unserem Education Campus. Zeit für ein Gespräch über seine ersten Eindrücke, seine Prioritäten und das, was für ihn die Aufgabe eines Schulleiters im Kern ausmacht.

Mark, du bist gerade erst angekommen. Wie waren die ersten Tage?

Wirklich gut. Die Schule ist sehr geordnet gestartet, das ist ein grosses Verdienst des mittleren Managements und der Mitarbeitenden, die sich zusätzlich engagiert haben. Wir hatten eine tolle Einführungswoche mit dem gesamten Lehrkörper, mit Schulungen und einem gemeinsamen Ausflug am Ende, bei dem sich Mitarbeitende aus verschiedenen Ländern kennenlernen und austauschen konnten. Am 10. August ist die Schule dann auch für die Schul- und Kindergartenkinder wieder losgegangen und es war für mich ausgesprochen erfreulich zu erleben, wie sehr sich diese Kinder gefreut haben, nach den Ferien endlich wieder in die Schule zu dürfen.

Du lebst mit deiner Frau auf dem Campus. Wie ist das für euch?

Ja, meine Frau ist mit mir hier, und das freut mich sehr. Leben und Arbeiten auf einem solchen Campus ist genauso eine Lebensentscheidung wie eine berufliche. Für uns als Paar, aber natürlich genauso für alle anderen Menschen, die sich in den Dienst der guten Sache gestellt haben. Darum ist mir auch das Wohlbefinden des ganzen Teams so wichtig. Dies zu fördern, wird eine meiner wichtigsten Aufgaben sein. Es gibt da ein ausgezeichnetes Zitat von Richard Branson: «Kümmere dich um deine Mitarbeiter, dann kümmern sie sich um dein Unternehmen.» Ich habe es für mich umformuliert: «Kümmere dich um die Menschen, die sich um das Unternehmen kümmern.»

Was hat dich überrascht, seit du hier bist?

Wie gross und durchdacht die ganze Organisation von Smiling Gecko ist. Viele NGOs in Kambodscha arbeiten auf einem vergleichsweise einfachen Niveau. Was hier über die Jahre aufgebaut wurde, in Umfang, Ambition und Umsetzung, hat meine Erwartungen deutlich übertroffen. Und ich habe erlebt, wie viele Menschen auf dem ganzen Campus für die Schule einspringen, von der Personalabteilung bis zur Schreinerei.

Zuletzt hast Du eine Schule in Indien geleitet, aber Du hast auch schon in Kambodscha gearbeitet, bei der Jay Pritzker Academy in Siem Reap. Was hat dich dort geprägt?

Das war meine erste eigene Schulleitung, vor über zwanzig Jahren. Ich habe die Schule von Grund auf mitaufgebaut und sechs Jahre geleitet, von der ersten Idee bis zur fertigen Schule. Es gibt keinen besseren Weg, den Job zu lernen, als etwas aus dem Nichts entstehen zu lassen. Die Jay Pritzker Academy ist heute eine der renommiertesten Schulen für Kinder aus ländlichen Gebieten in Kambodscha, mit Stipendien und sehr guten Aufnahmequoten an renommierten Universitäten. Diese Erfahrung, und dass ich schon einmal im ländlichen Kambodscha gelebt habe, gibt mir hier eine gewisse Vertrautheit. Selbst mein bisschen Khmer hilft. Meine Philosophie ist einfach: Wenn du damit jemandem ein Lächeln ins Gesicht zaubern kannst, hast du schon gewonnen.

Was ist für dich die Kernaufgabe eines Schulleiters?

Die Aufgabe ist eigentlich ganz einfach. Ich möchte diese Schule meinem Nachfolger in einem etwas besseren Zustand übergeben, als ich sie übernommen habe. Das ist der ganze Job. Ich bin selbst an einer Schule ausgebildet worden, die über 400 Jahre alt ist, die Richard Hale School in Hertford, England. Jeder Schulleiter dort hat die Schule an den nächsten weitergegeben. Dieses Weitergeben ist die Kontinuität. Aber es in einer besseren Form weiterzugeben, das braucht Veränderung. Ohne Veränderung gibt es keine Verbesserung.

Was sind deine Prioritäten für dieses Schuljahr?

Drei Dinge. Erstens, bessere Beziehungen über die Schule hinaus, wir müssen als Community offener werden. Zweitens, eine klarere interne Organisation und Kommunikation. Wir sind vollständig spendenfinanziert, und ich sehe es als grosse Verantwortung, dass dieses Geld möglichst wirksam eingesetzt wird. Drittens, wie bereits erwähnt, das Wohlbefinden des Personals. Und mein Team, Ben und Sokheak, arbeitet parallel an drei eigenen Schwerpunkten: Schülermotivation, mündlicher Ausdruck und Unterrichtsqualität.

Und die Kinder, welche Rolle spielen sie in deiner Vision?

Eine grössere, als sie oft bekommen. Kürzlich hat sich ein jüngerer Schüler auf dem Campus verlaufen. Ich habe nicht Erwachsene gebeten, ihm zu helfen, sondern ältere Schüler. Sie haben ihn ganz selbstverständlich zu seinem Klassenzimmer begleitet. Verantwortung lernt man, indem man Verantwortung übernimmt. Darum wünsche ich mir auch einen Schülerrat, als Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen.

Das bringt uns zur letzten Frage: Welche Farbe werden die Schuluniformen in der Highschool haben?

(lacht). Das wäre doch eine gute erste Aufgabe für einen Schülerrat.

Bevor Sie gehen…

Wir würden uns über eine kleine Spende freuen.

Jeder Betrag zählt, um den Menschen im ländlichen Kambodscha eine Zukunft zu ermöglichen.

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